Bakteriologie

Bakteriologische Diagnostik

  • die Entnahmetechnik
  • die Einhaltung der zulässigen Transportzeit
  • die Verwendung geeigneter Transportsysteme
  • die adäquate Lagerung der Proben bis zum Transport

Häufig werden hier Fehler gemacht, die sowohl zu falsch-positiven als auch falsch-negativen Befunden führen können. Dies wiederum kann therapeutische Fehlentscheidungen nach sich ziehen. Bei jeder Probengewinnung ist besonders auf die Vermeidung einer Kontamination zu achten. Vor jeder Punktion ist eine sorgfältige Hautdesinfektion durchzuführen. Die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels (PVP-Jod oder 70%iger Alkohol) muss mindestens eine Minute betragen! Es empfiehlt sich, die desinfizierte Hautstelle lufttrocknen zu lassen. Ein Eiterherd sollte möglichst durch die Haut punktiert werden und nicht durch die Schleimhaut, da leztere schlechter zu desinfizieren ist. 

Grundsätzlich eignen sich flüssige Materialien (Punktate, Aspirate) besser für die mikrobiologische Diagnostik als Abstriche. Je größer das eingesandte Volumen, desto aussichtsreicher auch die Erregerisolierung. Dies gilt vor allem bei Verdacht auf Tuberkulose oder Pilzinfektionen.

 

Wichtiges zur Materialgewinnung: 

  • Die Probenentnahme für die mikrobiologische Diagnostik soll grundsätzlich vor Beginn einer antibiotischen Therapie erfolgen. Ist dies nicht möglich, wird die Entnahme kurz vor der nächsten Antibiotikagabe empfohlen.
  • Bei einer Probengewinnung mittels Abstrichtupfern aus episomalen und endosomalen Arealen: Bitte zwei Abstrichtupfer entnehmen. Den ersten Tupfer in das erforderliche Transportmedium einbringen (hieraus erfolgt im Labor die kulturelle Untersuchung), den zweiten Tupfer in ein Röhrchen ohne Transportmedium geben (hieraus erfolgt im Labor die mikroskopische Untersuchung).

Die Zeitspanne zwischen Materialentnahme und Verarbeitung im Labor kann wesentlich das Ergebnis der Untersuchung beeinflussen. Empfindliche Keimarten sterben relativ rasch ab, andere wiederum vermehren sich während einer zu langen Transportzeit, was eine quantitative Beurteilung der Kultur unmöglich macht. In Proben, die durch Normalflora kontaminiert sind, wie z.B. Sputum, kann es außerdem zu einer Überwucherung des gesuchten Erregers durch die Begleitkeime kommen. Im Idealfall sollte daher das entnommene Material innerhalb von 1-2 Stunden verarbeitet werden. Ist dies nicht möglich, empfiehlt sich die Anwendung von speziellen Transportmedien und -gefäßen.

 

Wichtiges zu Lagerung und Transport

  • Grundsätzlich ist eine kurze Lagerungs- und Transportzeit anzustreben. Wir bitten darum, die Materialentnahme - soweit möglich - am Vormittag vorzunehmen und die Proben sofort zur Abholstelle unseres Transportdienstes zu bringen, damit der Primäransatz noch am Tag der Probengewinnung erfolgen kann.

Häufig herrscht Unsicherheit, bei welcher Temperatur die Probe bis zum Transport gelagert werden soll. Bestimmte Keimarten, wie z.B. Meningokokken, Gonokokken und Anaerobier, sterben bei Kühlschranktemperatur schnell ab. Daher empfiehlt sich, Aspirate von Körperflüssigkeiten sowie Abstrichtupfer in Transportmedien bei Zimmertemperatur aufzubewahren.

Andererseits sind Proben mit Begleitflora (wie z. B. Sputum, Bronchialsekret) oder Proben, bei denen die Bestimmung der Keimzahl für die Interpretation des kulturellen Befundes von Bedeutung ist (z. B. Urin) bis zum Transport bei 4 °C zu lagern. Blutkulturen, die nicht sofort ins Labor gebracht werden können (z. B. Entnahme abends oder nachts), müssen bei Raumtemperatur gelagert werden. Dies verhindert nicht ein Absterben empfindlicher Keime. Die Blutkulturen müssen jedoch innerhalb von 48 Stunden im Labor sein.

 

Wichtiges zu Begleitschein und Beschriftung der Proben

  • Zu jeder eingesandten Probe benötigen wir einen vollständig und leserlich ausgefüllten Begleitschein. Dieser muss die persönlichen Daten des Patienten (mindestens: Name, Vorname und Geburtsdatum) und den Einsender (bei stationären Patienten bitte auch die Station) enthalten. Bitte vermerken Sie immer das Datum und die Uhrzeit der Materialgewinnung und den Untersuchungsauftrag. Weitere Hinweise zu notwendigen Angaben finden Sie unter den einzelnen Materialien.
  • Um die Proben sicher zuordnen zu können, müssen die Primärgefäße mit dem Namen und Geburtsdatum des Patienten beschriftet werden. Bei der Entnahme mehrerer Proben eines Patienten, kennzeichnen Sie bitte die einzelnen Materialien mit der genauen Entnahmestelle und/oder der Uhrzeit.

Krankenhaushygiene

Das MVZ für Mikrobiologie und Labormedizin kooperiert eng mit dem im selben Haus untergebrachten Institut für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle (IKI).

Das »IKI« wurde 1978 von den Herren Professoren Schmidt-Burbach und Wille gegründet und nahm zum 01.01.1979 seinen Betrieb auf.

 

Das Leistungsangebot des IKI umfasst

  • krankenhaushygienische Beratungen inklusive Bauberatungen bei Um- und Neubauten sowohl für Krankenhäuser als auch für ambulante Op-Zentren und Arztpraxen,
  • im Weiteren das gesamte Spektrum krankenhaushygienischer Untersuchungen.

 

Andere wesentliche Schwerpunkte des IKI sind

  •  bakteriologische Wasseruntersuchungen sowie
  •  die Erstellung von Desinfektionsmittel-Gutachten gemäß den Prüfrichtlinien des VAH bzw. der DVV.

 

Weitere Informationen zum IKI erhalten auf der Homepage:
www.iki-giessen.de

 
 
Letzte Aktualisierung: 01.02.2010, 12:47 Uhr – Impressum